Yes Baby, die Kita hat zwei Wochen zu und wir Erzieherinnen können ganz entspannt Urlaub machen und mal richtig abschalten. Was all die Anderen so machen, weiß ich nicht, aber ich möchte mal zwei Wochen nicht an die Kita denken und nur "Erwachsenenkram" machen.
Saxophon üben, einen Aquarell-Malskurs belegen, in der Sonne liegen und lesen, einen Hamster kaufen, vernachlässigte Freunde besuchen und um Gottes Willen, nicht an die Kita denken.
In der ersten Woche fahre ich meine Eltern in Schleswig-Holstein besuchen. Abschalten, verwöhnen lassen, relaxen und das beste Essen der Welt.
Zufällig ist mein Vater Kunstmaler und den Aquarell-Malkurs mache ich bei ihm. Langsam und geduldig erklärt er mir die Techniken und lässt mich kleine Pröbchen malen. Wenig geduldig male ich gleich drauf los und vergesse Schritt 2 und 5. Darum sehen meine Bilder gar nicht mal so gut aus. Und während ich versuche, noch was zu retten, überlege ich schon, was ich als nächstes ans Kitafenster male. Ich wollte doch nicht an die Kita denken.
Ich krame mein Saxophon raus. Mein Vater spielt Gitarre und wir haben schon immer von einem Duett geträumt. Das Einzige was ich auf dem Saxophon kann ist "Happy Birthday", das Einzige was er auf der Gitarre kann ist "Freude schöner Götterfunken". Klingt im Duett irgendwie nicht harmonisch. Also übe ich die Götterfunken. Für "Happy Birthday" brauchte ich damals 2 Stunden, weil ich keine Noten lesen kann und alles nach dem Hören zusammenpuzzle. Die Götterfunken habe ich in 20 Minuten drauf, was mich schwer beeindruckt und so kommt es doch noch zu einem Duett. Aus dem Wohnzimmer kommt der Kommentar: "Damit würdet ihr in der Fußgängerzone viel Geld verdienen. Die geben es euch, damit ihr aufhört."
Also war´s nicht schön, aber lustig. Und ich überlegte, welche Weihnachtslieder ich wohl für die Kita auf die Reihe kriegen könnte.
Das Wetter hält sich in einem freundlichen Schwarz und so beschließe ich, statt zu lesen, shoppen zu gehen. In meinem Lieblingskramladen "Tedi" vertrödel ich 2 Stunden und habe am Ende etwas Bastelzeug für mich gefunden und Knete für die Kita, eine Magnettafel für die Kita, Zahlenmagnete für die Kita und ein neues Puzzel, für mich.
Wieder bei meinen Eltern (es regnet immer noch) setze ich mich an den PC und lese mir noch mal meine Posts in meinem Blog durch. Irgendwie fehlen mir die Kinder, aber ich bin trotzdem froh, dass ich frei habe und mal richtig ausschlafen kann. Bis halb 8 halte ich es im Bett aus. Wenn ich Spätdienst habe (was ich ziemlich oft habe), stehe ich auch nicht früher auf.
Und was soll ich eigentlich Weihnachten mit den Kindern aufführen? Jetzt hab ich mal Zeit zum Nachdenken. Ach nein, ich wollte ja nicht an die Kita denken.
Die Woche in Schleswig-Holstein war trotz "Herbst" toll und zu schnell vorbei. Es geht wieder zurück nach Berlin.
Noch eine Woche frei. Ich schaffe Harry Potter, Shoppen im B5-Outlet-Center, der Hamster zieht bei mir ein, immerhin ein Treffen mit einer Freundin und 2x Familie bekomme ich hin und JEDE JEDE JEDE Nacht träume ich von meiner Kitagruppe.
Heute ist mein letzter Urlaubstag. Ich versuche es dann noch mal im Oktober mit dem Abschalten...
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Freitag, 29. Juli 2011
Freitag, 22. Juli 2011
Spielplatz, Eltern, Kinder
Auf dem Spielplatz kann man sofort erkennen, welches Alter das Kind der anwesenden Eltern hat.
Da gibt es die Mamas und Papas, die im Rudel zusammen sitzen und quatschen, die geschnittenes Obst, Getränke und Kekse mit haben und das meiste allein essen, weil die Kinder nicht zu sehen sind. Diese Eltern haben Kinder in der Altersguppe von 5-6 Jahre. Die Kinder kennen sich schon seit der ersten Kitazeit, die Eltern ebenso, jeder geht auf dem Spielplatz seinen eigenen Weg. Die Kinder sind froh, dass sie heimlich Glasflaschen verbuddeln können, ohne dass einer hinschaut und die Eltern sind froh, sich intensiv über Schwangerschaftsstreifen, Kindertanzen und Bioessen austauschen zu können, ohne dass einer dazwischen quakt.
Dann gibt es die Mamas und Papas, die ständig aufspringen, weil ihr Kind dem anderen die Schippe weg nimmt, der eine den anderen mit Sand beschmeißt, das Kind ständig heulend ankommt oder der Steppke einfach nicht mehr in Sichtweite ist. Diese Eltern sind permanent auf dem Sprung und können kaum einen vernünftigen Satz mit jemandem wechseln, weil sie eigentlich schon wieder weg sind, obwohl sie nach der Arbeit gerne mal ruhig gesessen hätten. Diese Eltern haben Kinder im Alter von 3 - 4Jahren.
Auch sehr schön anzusehen sind die Eltern von den 1 1/2 - 3jährigen Kindern. Die sitzen gar nicht, sondern laufen immer mit den Händen in Kniehöhe ihren Sprösslingen hinterher. Dabei bestimmt das Kind das Wann und Wohin. So kommt es schon mal vor, dass Mama, Papa, Oma, Opa 10x hintereinander rutschen und abends Kreuzschmerzen haben. Neue Eltern haben sie nicht kennengelernt. Waren überhaupt andere Eltern und Kinder da?
Die Eltern der ganz kleinen Wir-lernen-gerade-laufen-Kinder erkennt man deutlich an der Spucke-Kekskrümel-Kante kurz unterm elterlichen Knie, denn genau bis dahin reichen die Kiddies, wenn sie sich wackelig an Mama und Papa hochziehen. Diese Eltern können noch in Ruhe sitzen, denn die Kinder kommen eh nicht weit allein und sind damit zufrieden, den Keks mit dem Sand zu vermischen...
Da gibt es die Mamas und Papas, die im Rudel zusammen sitzen und quatschen, die geschnittenes Obst, Getränke und Kekse mit haben und das meiste allein essen, weil die Kinder nicht zu sehen sind. Diese Eltern haben Kinder in der Altersguppe von 5-6 Jahre. Die Kinder kennen sich schon seit der ersten Kitazeit, die Eltern ebenso, jeder geht auf dem Spielplatz seinen eigenen Weg. Die Kinder sind froh, dass sie heimlich Glasflaschen verbuddeln können, ohne dass einer hinschaut und die Eltern sind froh, sich intensiv über Schwangerschaftsstreifen, Kindertanzen und Bioessen austauschen zu können, ohne dass einer dazwischen quakt.
Dann gibt es die Mamas und Papas, die ständig aufspringen, weil ihr Kind dem anderen die Schippe weg nimmt, der eine den anderen mit Sand beschmeißt, das Kind ständig heulend ankommt oder der Steppke einfach nicht mehr in Sichtweite ist. Diese Eltern sind permanent auf dem Sprung und können kaum einen vernünftigen Satz mit jemandem wechseln, weil sie eigentlich schon wieder weg sind, obwohl sie nach der Arbeit gerne mal ruhig gesessen hätten. Diese Eltern haben Kinder im Alter von 3 - 4Jahren.
Auch sehr schön anzusehen sind die Eltern von den 1 1/2 - 3jährigen Kindern. Die sitzen gar nicht, sondern laufen immer mit den Händen in Kniehöhe ihren Sprösslingen hinterher. Dabei bestimmt das Kind das Wann und Wohin. So kommt es schon mal vor, dass Mama, Papa, Oma, Opa 10x hintereinander rutschen und abends Kreuzschmerzen haben. Neue Eltern haben sie nicht kennengelernt. Waren überhaupt andere Eltern und Kinder da?
Die Eltern der ganz kleinen Wir-lernen-gerade-laufen-Kinder erkennt man deutlich an der Spucke-Kekskrümel-Kante kurz unterm elterlichen Knie, denn genau bis dahin reichen die Kiddies, wenn sie sich wackelig an Mama und Papa hochziehen. Diese Eltern können noch in Ruhe sitzen, denn die Kinder kommen eh nicht weit allein und sind damit zufrieden, den Keks mit dem Sand zu vermischen...
Sonntag, 3. Juli 2011
Kindertag 2011
Durch meinen Umzug kam ich lange nicht zum Schreiben, aber trotzdem zum Arbeiten...
Am 1. Juni war Kindertag und da gibt es bei uns immer eine Party für die Kurzen.
Aber immer das Gleiche ist ja auch langweilig. Mein rechter Platz ist leer, Stuhltanz, Pinke Panke, Feuer Wasser Sturm...
Kinderschminken ist auch immer sehr beliebt, allerdings vergeht viel Spielzeit, bis ich allen Kindern einen Schmetterling, Tiger oder Feuerwehrmann ins Gesicht gepinselt habe.
Da kam mir eine tolle Idee: Malt euch doch mal selber an!
Ich stellte unseren großen Spiegel quer auf´s Sideboard, davor Wassernäpfchen und die Schminkstifte (sehen aus wie Buntstifte und malen, wenn man sie ins Wasser tunkt).
Erst gab es ungläubiges Naserümpfen von der Kleinen. Wirklich? Selber? Wie wir wollen?
Klar.
Der Erste traute sich, malte einen grünen Strich unter das rechte Auge und lachte sich darüber halb tot. Danach hatte ich "die Schlacht am kalten Buffet", alle wollten und zwar SOFORT!
Es waren genug Stifte da und immer nach ein paar Strichen, folgte eine kreative Pause. Wahrscheinlich wollten die Kinder testen, ob ich es immer noch erlaube, wirklich nicht schimpfe, sogar weiter motiviere, um dann mit immer wilderen Malereien meine Aufmerksamkeit erregen.
(Da fragt ich mich, ob ich zu streng bin, dass es so lange dauert, bis sie sich was trauen. Dabei empfinde ich es gerade als lehrreich, seine Phantasie und Kreativität zu versprühen. Vielleicht lag die Zurückhaltung auch daran, dass ich wahrlich nicht ganz so begeistert war, als sie vor einer Weile das Gleiche mit Filzstiften machten. Ja, das wird es sein.)
Nach einer Stunde waren die Gesichter meiner Kinder voll. Einer hatte versucht, sein Gesicht dem Spiderman-Kostüm anzupassen, was ihm toll gelang. Viele hatten einfach bunt gemalt. Zwei Jungs fanden "pink" auf den Lippen sehr lustig und ein kleines dreijähriges Mädchen hätten sie sofort in der Geisterbahn angestellt. Wenn ich die Erlaubnis der Eltern bekomme, stelle ich das Bild noch ein, herrlich.
Das macht so einen Spaß, aber kein Platz mehr. Abwaschen und neu malen? Nee. Was nun? Ein nachdenklicher Blick zu meiner Praktikantin und mir - WIR hatten noch ganz viel Potential im Gesicht...
Schick, oder?
Am 1. Juni war Kindertag und da gibt es bei uns immer eine Party für die Kurzen.
Aber immer das Gleiche ist ja auch langweilig. Mein rechter Platz ist leer, Stuhltanz, Pinke Panke, Feuer Wasser Sturm...
Kinderschminken ist auch immer sehr beliebt, allerdings vergeht viel Spielzeit, bis ich allen Kindern einen Schmetterling, Tiger oder Feuerwehrmann ins Gesicht gepinselt habe.
Da kam mir eine tolle Idee: Malt euch doch mal selber an!
Ich stellte unseren großen Spiegel quer auf´s Sideboard, davor Wassernäpfchen und die Schminkstifte (sehen aus wie Buntstifte und malen, wenn man sie ins Wasser tunkt).
Erst gab es ungläubiges Naserümpfen von der Kleinen. Wirklich? Selber? Wie wir wollen?
Klar.
Der Erste traute sich, malte einen grünen Strich unter das rechte Auge und lachte sich darüber halb tot. Danach hatte ich "die Schlacht am kalten Buffet", alle wollten und zwar SOFORT!
Es waren genug Stifte da und immer nach ein paar Strichen, folgte eine kreative Pause. Wahrscheinlich wollten die Kinder testen, ob ich es immer noch erlaube, wirklich nicht schimpfe, sogar weiter motiviere, um dann mit immer wilderen Malereien meine Aufmerksamkeit erregen.
(Da fragt ich mich, ob ich zu streng bin, dass es so lange dauert, bis sie sich was trauen. Dabei empfinde ich es gerade als lehrreich, seine Phantasie und Kreativität zu versprühen. Vielleicht lag die Zurückhaltung auch daran, dass ich wahrlich nicht ganz so begeistert war, als sie vor einer Weile das Gleiche mit Filzstiften machten. Ja, das wird es sein.)
Nach einer Stunde waren die Gesichter meiner Kinder voll. Einer hatte versucht, sein Gesicht dem Spiderman-Kostüm anzupassen, was ihm toll gelang. Viele hatten einfach bunt gemalt. Zwei Jungs fanden "pink" auf den Lippen sehr lustig und ein kleines dreijähriges Mädchen hätten sie sofort in der Geisterbahn angestellt. Wenn ich die Erlaubnis der Eltern bekomme, stelle ich das Bild noch ein, herrlich.
Das macht so einen Spaß, aber kein Platz mehr. Abwaschen und neu malen? Nee. Was nun? Ein nachdenklicher Blick zu meiner Praktikantin und mir - WIR hatten noch ganz viel Potential im Gesicht...
Schick, oder?
Samstag, 11. Juni 2011
(T)olle Erzieherinnen
Ihr Eltern schaut euch die neue Kita an, alles schön, die Erzieherin super nett - es scheint perfekt.
Manchmal trügt der Schein.
Ich habe und hatte viele tolle Kolleginnen. Aber es waren auch ein paar schwarze Schafe darunter. Und das steht nicht auf ihrer Stirn.
Da gab es einmal in meiner ersten Kita eine Erzieherin, die sich morgens schöne Stocklocken gedreht hat und in weißer Bluse und Bundfaltenhose zur Arbeit erschien. Der pinkfarbene Mund lächelte den ganzen Tag. Wenn Eltern in der Nähe waren.
Wenn ich in meiner Gruppe arbeite, bekomme ich von den anderen Gruppen nicht viel mit. Und so war es reiner Zufall, dass ich eines Tages aus irgendeinem Grund am Ende der Teezeit draußen an dem geöffneten Fenster der Stocklockenprinzessin vorbei lief und sah, wie sie einem heulenden Kind versuchte, das Vesterbrot in den Mund zu stopfen. "Du isst das jetzt auf!" waren ihre barschen Worte und sie drücke noch mal nach.
Ich war absolut entsetzt und fragte durch´s Fenster, was das werden soll. Ertappt zu werden war ihr äußerst unangenehm, sie ließ das arme Kind aufstehen. Ich stand noch eine Weile vor der Tür und kämpfte mit den Tränen.
Ich forschte noch ein wenig genauer bei Kollegen nach und erfuhr, dass die Kinder beim Essen nicht reden durften. Keinen Pieps! Es musste immer aufgegessen und ausgetrunken werden. Wenn nicht freiwillig, dann unter Zwang. Mittelalterlich. Diese Kollegin bekam noch in der gleichen Woche ihre Abmahnung. Zum Glück arbeitete sie dann auch nicht mehr lange dort. Ich allerdings auch nicht.
Ich hatte mich eh schon immer gefragt wie sie es schafft, dass ihre Bluse nach einem Arbeitstag noch sauber ist. Wahrscheinlich hat sie nie ein Kind in den Arm genommen.
Es gab da mal eine Erzieherin, die die Kinder regelmäßig anbrüllte und irgendwann rutschte ihr dann auch mal die Hand aus. Und wieder war der Zufall vor Ort. Es war das Kind der Leiterin und es blieb nicht ungesehen. Das war ihr letzter Arbeitstag.
Aus einer anderen Kita hörte ich von einer Freundin, dass ein Kind zur Strafe allein in einen stockdunklen Raum gesteckt und dort versehentlich auch noch vergessen wurde. Trauma. Total apathisiert fand die Mutter ihr Kind vor.
Eine Tagesmutter hat mal Kinder, die morgens schlafend abgegeben wurden, geweckt, indem sie sie unter die kalte Dusche stellte. Das ebenfalls traumatisierte Kind bekam ich danach in die Gruppe. Auch heute halte ich es noch für traumatisiert, obwohl es bereits 12 Jahre alt ist. So können kleine Momente das Leben versauen.
Es gibt aber auch andere Fälle, die zu falschen Schlüssen führen. Wir hatten mal ein Baby, 3 Monate alt. Ein echtes Schreikind und sie beruhigte sich erst, wenn man es schaukelte. Schaukeln ist vielleicht untertrieben, eher leicht schüttelte. Das fand sie toll, beruhigte sich schnell und den Tipp bekamen wir sogar von der Mutter. Während also das Baby wildschaukelnd im Garten auf dem Arm getragen wurde, hat ein Anwohner Nachbarn zusammengetrommelt und unserer Leitung berichtet, dass die Kinder bei uns brutal misshandelt werden. Diese Kollegin hätte fast ihren Job verloren, dabei war es wirklich harmlos. Und das Schüttel war auch nicht so doll, dass es Schäden hinterlassen hätte. Das Mädchen ist heute 10 Jahre alt, super intelligent und kommt uns immer wieder gerne besuchen.
Ich will sagen, ob eine Erzieherin gut ist, lieb zu den Kindern, was leistet, die Kinder fördert und fordert ohne ihnen Zwänge oder Gewalt anzutun, kann man auf den ersten Blick nicht erkennen. Denn alle schwarzen Schafe haben es durch die Bank weg drauf, den Eltern hochkannt in den Hintern zu kriechen.
Ist euer Kind glücklich in der Kita? Wirkt es deprimiert oder wird es immer ruhiger? Macht es keine Fortschritte? Oder kann es den Kitabesuch morgens kaum abwarten? Erzählt es euch von der Kita, erzählt es liebevoll von der Erzieherin oder wird sie nie erwähnt? Ist der Blick ängstlich beim Namen der Erzieherin? Oder will es die Erzieherin undbedingt zum Geburtstag einladen? Geht es morgens leicht in die Gruppe oder wenigstens zur Erzieherin?
Das alles sind Hinweise, womit euer Kind euch mitteilt, wie es in der Kita läuft.
Ich will euch keine Angst machen! Aber hört auf das, was eure Kinder euch sagen wollen oder eben nicht aussprechen können...Und reagiert darauf!!!
Manchmal trügt der Schein.
Ich habe und hatte viele tolle Kolleginnen. Aber es waren auch ein paar schwarze Schafe darunter. Und das steht nicht auf ihrer Stirn.
Da gab es einmal in meiner ersten Kita eine Erzieherin, die sich morgens schöne Stocklocken gedreht hat und in weißer Bluse und Bundfaltenhose zur Arbeit erschien. Der pinkfarbene Mund lächelte den ganzen Tag. Wenn Eltern in der Nähe waren.
Wenn ich in meiner Gruppe arbeite, bekomme ich von den anderen Gruppen nicht viel mit. Und so war es reiner Zufall, dass ich eines Tages aus irgendeinem Grund am Ende der Teezeit draußen an dem geöffneten Fenster der Stocklockenprinzessin vorbei lief und sah, wie sie einem heulenden Kind versuchte, das Vesterbrot in den Mund zu stopfen. "Du isst das jetzt auf!" waren ihre barschen Worte und sie drücke noch mal nach.
Ich war absolut entsetzt und fragte durch´s Fenster, was das werden soll. Ertappt zu werden war ihr äußerst unangenehm, sie ließ das arme Kind aufstehen. Ich stand noch eine Weile vor der Tür und kämpfte mit den Tränen.
Ich forschte noch ein wenig genauer bei Kollegen nach und erfuhr, dass die Kinder beim Essen nicht reden durften. Keinen Pieps! Es musste immer aufgegessen und ausgetrunken werden. Wenn nicht freiwillig, dann unter Zwang. Mittelalterlich. Diese Kollegin bekam noch in der gleichen Woche ihre Abmahnung. Zum Glück arbeitete sie dann auch nicht mehr lange dort. Ich allerdings auch nicht.
Ich hatte mich eh schon immer gefragt wie sie es schafft, dass ihre Bluse nach einem Arbeitstag noch sauber ist. Wahrscheinlich hat sie nie ein Kind in den Arm genommen.
Es gab da mal eine Erzieherin, die die Kinder regelmäßig anbrüllte und irgendwann rutschte ihr dann auch mal die Hand aus. Und wieder war der Zufall vor Ort. Es war das Kind der Leiterin und es blieb nicht ungesehen. Das war ihr letzter Arbeitstag.
Aus einer anderen Kita hörte ich von einer Freundin, dass ein Kind zur Strafe allein in einen stockdunklen Raum gesteckt und dort versehentlich auch noch vergessen wurde. Trauma. Total apathisiert fand die Mutter ihr Kind vor.
Eine Tagesmutter hat mal Kinder, die morgens schlafend abgegeben wurden, geweckt, indem sie sie unter die kalte Dusche stellte. Das ebenfalls traumatisierte Kind bekam ich danach in die Gruppe. Auch heute halte ich es noch für traumatisiert, obwohl es bereits 12 Jahre alt ist. So können kleine Momente das Leben versauen.
Es gibt aber auch andere Fälle, die zu falschen Schlüssen führen. Wir hatten mal ein Baby, 3 Monate alt. Ein echtes Schreikind und sie beruhigte sich erst, wenn man es schaukelte. Schaukeln ist vielleicht untertrieben, eher leicht schüttelte. Das fand sie toll, beruhigte sich schnell und den Tipp bekamen wir sogar von der Mutter. Während also das Baby wildschaukelnd im Garten auf dem Arm getragen wurde, hat ein Anwohner Nachbarn zusammengetrommelt und unserer Leitung berichtet, dass die Kinder bei uns brutal misshandelt werden. Diese Kollegin hätte fast ihren Job verloren, dabei war es wirklich harmlos. Und das Schüttel war auch nicht so doll, dass es Schäden hinterlassen hätte. Das Mädchen ist heute 10 Jahre alt, super intelligent und kommt uns immer wieder gerne besuchen.
Ich will sagen, ob eine Erzieherin gut ist, lieb zu den Kindern, was leistet, die Kinder fördert und fordert ohne ihnen Zwänge oder Gewalt anzutun, kann man auf den ersten Blick nicht erkennen. Denn alle schwarzen Schafe haben es durch die Bank weg drauf, den Eltern hochkannt in den Hintern zu kriechen.
Ist euer Kind glücklich in der Kita? Wirkt es deprimiert oder wird es immer ruhiger? Macht es keine Fortschritte? Oder kann es den Kitabesuch morgens kaum abwarten? Erzählt es euch von der Kita, erzählt es liebevoll von der Erzieherin oder wird sie nie erwähnt? Ist der Blick ängstlich beim Namen der Erzieherin? Oder will es die Erzieherin undbedingt zum Geburtstag einladen? Geht es morgens leicht in die Gruppe oder wenigstens zur Erzieherin?
Das alles sind Hinweise, womit euer Kind euch mitteilt, wie es in der Kita läuft.
Ich will euch keine Angst machen! Aber hört auf das, was eure Kinder euch sagen wollen oder eben nicht aussprechen können...Und reagiert darauf!!!
Sonntag, 15. Mai 2011
Übernachtung
Jedes Jahr übernachten wir einmal in der Kita.
Das haben wir letzte Woche getan und es war grandios!
Die Kollegin, die dabei gewesen wäre, wurde an genau diesem Tag krank. Eine andere Kollegin erklärte sich spontan bereit, zu übernehmen. Nichts hatte sie zur Übernachtung mit und doch sprang sie ein. Meine Hochachtung!!!
Am Nachmittag sind wir in den Zoo gegangen. Jedes Kind hatte einen Rucksack mit Trinkflasche dabei. Das Essen und die Regenklamotten (bei unseren Ausflügen regnet es IMMER!) hatte ich im Hackenporsche.
Wir waren noch nicht am Eingang, da wurde schon nach den Keksen gefragt. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir wackelten an Alpakas, Nashörnern, Adlern, Geiern, Eulen und lustigen Schweinen vorbei, als die Ersten vor Hunger auf Kekse fast zusammenbrachen.
Traditionsgemäß lief nach ein paar Metern auch die erste Flasche aus, Rucksack und Kindsrücken waren nass. Sind wir gewohnt und waren vorbereitet.
Der Himmel zog sich zusammen und ich hatte versprochen, heute mal auf den Spielplatz zu gehen, wozu wir sonst nie kommen. Die 1. Rast hielten wir also auf dem Spielplatz unter einem kleinen Dach mit Tisch und Bänken. Ich packte Obst, Brote und Kekse aus, alle tranken durstig und eine 3/4 Stunde ging für´s Spielen drauf.
Dann fing es an zu tröpfeln, wir schlüpften in die Regenjacken. Ich packte Obst und Brote wieder ein, die Kekse waren alle.
Weiter an Büffeln und Pinguinen vorbei. Alles schrie nach Pause und Hunger. Hatten wir nicht vor 100m eine Pause???
Also 2. Rast bei den Seehunden, auch die sind für die Zuschauer überdacht. Ich bot Brote an. "Sind denn keine Kekse mehr da???"
Es fing an zu schütten. Wir zogen den 9 Kindern Regenjacken und Gummistiefel aus, Regenhosen an, Jacken und Gummistiefel auch wieder an. Die Hosen kommen nämlich unter die Jacken! Das dauerte 20 Minuten, genauso lange wie der Regen.
Wir gingen weiter, vorbei an den Störchen, Marabus und Reihern, die alle die riesigen Flügel zum Trocknen ausgestreckt hatten.
Bei den Löwen schauten wir kurz herein. Die Löwenkinder (oder Löwenjugendlichen) waren sehr aktiv und eine Horde Klassenfahrtler aus Irgendwo lockte sie noch mit einem Blatt Papier an die Gitterstäbe, was prima gelang.
Hunger!
3. Pause also vor dem Raubtierhaus. Und diesmal gingen auch die Brote und das Obst weg. Zur Belohnung gab es für jeden 2 Kekse :-)
Wir schlenderten langsam zum Ausgang und kamen dabei noch an den Affen und Nilpferden vorbei.
Das Nilpferdbecken war so trübe, dass die Kinder das 3m-Nilpferd selbst dann nicht sahen, als es mit den Borsten an der Scheibe entlang schrabte. "Wooo? Ich seh nix." Ich auch nicht, also weiter.
Inzwischen schlurften alle schon. 3 1/2 Stunden waren sie gelaufen, bzw. gerannt.
Der Ausgang kam in Sicht, ein Stück weiter war das Elefantenhaus, das einige noch sehen wollten.
Ein 3jähriger blieb mit auf dem Boden schleifendem Rucksack vor dem Ausgang stehen und sagte: "Hier ist der Ausgang, ich kann nicht mehr."
Wir haben es dann doch noch geschafft, uns ins aromastarke Elefantenhaus zu begeben. Ich las die Namen der riesigen Tiere vor:
"Victor. Iyoti -" Ein 3jähriger fragte: "Wieso heißt denn der Elefant Idioti?"
Gute Frage. Ich stellte das richtig.
Gerade rechtzeitig kamen wir trocken in der Kita an und bereiteten das Abendbrot zu - Stulle mit Brot. Dabei fing es an zu schütten und zu stürmen, was die Kinder faszinierte. Kurz entschlossen öffnete ich die Tür nach draußen und sagte, die Kids könnten mal schnell wie sie sind durch den Regen rennen.
"Mit ohne Jacke?" "Mit Hausschuh´n?" Klar, nur mal schnell. Der Erste rannte zaghaft los, kreischte vor Vergnügen und drehte gleich wieder um. Er war noch nicht mal unter dem Vordach hervorgekommen und hatte keinen Tropfen abbekommen. Aber das animierte die anderen, mal eben rein und raus zu rennen, was allen einen tierischen Spaß bereitete, alle lachten und kreischten, herrlich. Nach einer Minute aßen wir unser Abendbrot weiter, aber mit einem Grinsen im Gesicht.
Waschen, Zähneputzen, Windel um, Schlafanzug an, ab ins Bett. Keiner wollte nach Hause, keiner weinte nach Mami, was für ein enormes Vertrauen die Kinder doch in mich haben. Einige hatten noch niemals woanders geschlafen. Ich war stolz auf meinen kleinen Hühnerhaufen und hatte ein ganz warmes Gefühl im Bauch als alle seelig schliefen.
Nachts tapperte ich noch mal auf die Toilette und ließ mich dann wieder auf meine Matratze zwischen den Kinderbetten fallen, um auch sofort wieder aufzuspringen. Mein Bett war besetzt. Ich leuchtete mit der Taschenlampe und sah einen Jungen wie hingemalt auf meinem Kopfkissen schlafen. Was nun? Erst wollte ich in sein Bett, aber sein Kissen war so platt wie ne Briefmarke, darauf kann ich nicht schlafen.
Ich hob ihn also in sein Bett zurück. Dass er in dem Moment keinen festen Halt unter sich hatte, fand er gar nicht gut und ruderte wie verrückt mit Armen und Beinen. Ich hob mir fast einen Bruch. Etwas später riss er mir beinah mein Ohr ab, weil er es gewohnt war, an einem Ohr zu gnibbeln. Fällt nachts um Längen brutaler aus. Und überhaupt schlief er äußerst aktiv. Neben mir...
Ein Mädchen musste ständig husten, wobei sie ihren Schnuller weit von sich katapultierte und ihn dann nicht mehr fand, weil sie nur die 2cm vor dem Bett laut klatschend mit der Handfläche absuchte. Ohne wach zu werden. 4x in der Nacht.
Aber auch diese Nacht ging vorbei.
9 Kinder schliefen 11 Stunden, waren happy und furchtbar stolz. Wir Erzieher schliefen kaum, wie immer, weil man bei jedem Geräusch gleich in "Hab-Acht-Stellung" ist, aber das war die beste Übernachtung, die ich je hatte!!! Sind halt die tollsten Kinder!
Das haben wir letzte Woche getan und es war grandios!
Die Kollegin, die dabei gewesen wäre, wurde an genau diesem Tag krank. Eine andere Kollegin erklärte sich spontan bereit, zu übernehmen. Nichts hatte sie zur Übernachtung mit und doch sprang sie ein. Meine Hochachtung!!!
Am Nachmittag sind wir in den Zoo gegangen. Jedes Kind hatte einen Rucksack mit Trinkflasche dabei. Das Essen und die Regenklamotten (bei unseren Ausflügen regnet es IMMER!) hatte ich im Hackenporsche.
Wir waren noch nicht am Eingang, da wurde schon nach den Keksen gefragt. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir wackelten an Alpakas, Nashörnern, Adlern, Geiern, Eulen und lustigen Schweinen vorbei, als die Ersten vor Hunger auf Kekse fast zusammenbrachen.
Traditionsgemäß lief nach ein paar Metern auch die erste Flasche aus, Rucksack und Kindsrücken waren nass. Sind wir gewohnt und waren vorbereitet.
Der Himmel zog sich zusammen und ich hatte versprochen, heute mal auf den Spielplatz zu gehen, wozu wir sonst nie kommen. Die 1. Rast hielten wir also auf dem Spielplatz unter einem kleinen Dach mit Tisch und Bänken. Ich packte Obst, Brote und Kekse aus, alle tranken durstig und eine 3/4 Stunde ging für´s Spielen drauf.
Dann fing es an zu tröpfeln, wir schlüpften in die Regenjacken. Ich packte Obst und Brote wieder ein, die Kekse waren alle.
Weiter an Büffeln und Pinguinen vorbei. Alles schrie nach Pause und Hunger. Hatten wir nicht vor 100m eine Pause???
Also 2. Rast bei den Seehunden, auch die sind für die Zuschauer überdacht. Ich bot Brote an. "Sind denn keine Kekse mehr da???"
Es fing an zu schütten. Wir zogen den 9 Kindern Regenjacken und Gummistiefel aus, Regenhosen an, Jacken und Gummistiefel auch wieder an. Die Hosen kommen nämlich unter die Jacken! Das dauerte 20 Minuten, genauso lange wie der Regen.
Wir gingen weiter, vorbei an den Störchen, Marabus und Reihern, die alle die riesigen Flügel zum Trocknen ausgestreckt hatten.
Bei den Löwen schauten wir kurz herein. Die Löwenkinder (oder Löwenjugendlichen) waren sehr aktiv und eine Horde Klassenfahrtler aus Irgendwo lockte sie noch mit einem Blatt Papier an die Gitterstäbe, was prima gelang.
Hunger!
3. Pause also vor dem Raubtierhaus. Und diesmal gingen auch die Brote und das Obst weg. Zur Belohnung gab es für jeden 2 Kekse :-)
Wir schlenderten langsam zum Ausgang und kamen dabei noch an den Affen und Nilpferden vorbei.
Das Nilpferdbecken war so trübe, dass die Kinder das 3m-Nilpferd selbst dann nicht sahen, als es mit den Borsten an der Scheibe entlang schrabte. "Wooo? Ich seh nix." Ich auch nicht, also weiter.
Inzwischen schlurften alle schon. 3 1/2 Stunden waren sie gelaufen, bzw. gerannt.
Der Ausgang kam in Sicht, ein Stück weiter war das Elefantenhaus, das einige noch sehen wollten.
Ein 3jähriger blieb mit auf dem Boden schleifendem Rucksack vor dem Ausgang stehen und sagte: "Hier ist der Ausgang, ich kann nicht mehr."
Wir haben es dann doch noch geschafft, uns ins aromastarke Elefantenhaus zu begeben. Ich las die Namen der riesigen Tiere vor:
"Victor. Iyoti -" Ein 3jähriger fragte: "Wieso heißt denn der Elefant Idioti?"
Gute Frage. Ich stellte das richtig.
Gerade rechtzeitig kamen wir trocken in der Kita an und bereiteten das Abendbrot zu - Stulle mit Brot. Dabei fing es an zu schütten und zu stürmen, was die Kinder faszinierte. Kurz entschlossen öffnete ich die Tür nach draußen und sagte, die Kids könnten mal schnell wie sie sind durch den Regen rennen.
"Mit ohne Jacke?" "Mit Hausschuh´n?" Klar, nur mal schnell. Der Erste rannte zaghaft los, kreischte vor Vergnügen und drehte gleich wieder um. Er war noch nicht mal unter dem Vordach hervorgekommen und hatte keinen Tropfen abbekommen. Aber das animierte die anderen, mal eben rein und raus zu rennen, was allen einen tierischen Spaß bereitete, alle lachten und kreischten, herrlich. Nach einer Minute aßen wir unser Abendbrot weiter, aber mit einem Grinsen im Gesicht.
Waschen, Zähneputzen, Windel um, Schlafanzug an, ab ins Bett. Keiner wollte nach Hause, keiner weinte nach Mami, was für ein enormes Vertrauen die Kinder doch in mich haben. Einige hatten noch niemals woanders geschlafen. Ich war stolz auf meinen kleinen Hühnerhaufen und hatte ein ganz warmes Gefühl im Bauch als alle seelig schliefen.
Nachts tapperte ich noch mal auf die Toilette und ließ mich dann wieder auf meine Matratze zwischen den Kinderbetten fallen, um auch sofort wieder aufzuspringen. Mein Bett war besetzt. Ich leuchtete mit der Taschenlampe und sah einen Jungen wie hingemalt auf meinem Kopfkissen schlafen. Was nun? Erst wollte ich in sein Bett, aber sein Kissen war so platt wie ne Briefmarke, darauf kann ich nicht schlafen.
Ich hob ihn also in sein Bett zurück. Dass er in dem Moment keinen festen Halt unter sich hatte, fand er gar nicht gut und ruderte wie verrückt mit Armen und Beinen. Ich hob mir fast einen Bruch. Etwas später riss er mir beinah mein Ohr ab, weil er es gewohnt war, an einem Ohr zu gnibbeln. Fällt nachts um Längen brutaler aus. Und überhaupt schlief er äußerst aktiv. Neben mir...
Ein Mädchen musste ständig husten, wobei sie ihren Schnuller weit von sich katapultierte und ihn dann nicht mehr fand, weil sie nur die 2cm vor dem Bett laut klatschend mit der Handfläche absuchte. Ohne wach zu werden. 4x in der Nacht.
Aber auch diese Nacht ging vorbei.
9 Kinder schliefen 11 Stunden, waren happy und furchtbar stolz. Wir Erzieher schliefen kaum, wie immer, weil man bei jedem Geräusch gleich in "Hab-Acht-Stellung" ist, aber das war die beste Übernachtung, die ich je hatte!!! Sind halt die tollsten Kinder!
Dienstag, 10. Mai 2011
Heilfasten für Kinder
Erwachsene fasten, weil sie zu dick sind, sich vergiftet fühlen, ihr inneres Ich finden wollen oder weil es gerade "in" ist.
Heil-Fasten für Kinder heißt: 2 Wochen ohne Spielzeug!
Und genau darin befinden wir uns gerade.
Letzte Woche Montag kamen die Kinder und schlenderten durch den Gruppenraum. Ich wartete gespannt, was sie zu der erdrückenden Leere sagen würden. Kein Duplo, keine Autos, keine Puppen, kein Playmobil, keine Puppenküche, kein Kaufmannsladen, keine Tiere, NIX. Leer. Alles weg.
Der Älteste fragte, wo das Spielzeug ist und ich antwortete, dass wir versuchen zwei Wochen (2x Gruppenfrühstück lang) ohne Spielzeug zu spielen. Er fragte wieder, womit sie denn dann spielen sollen. Und ich antwortete fröhlich: "Mit dem, was in eurem Kopf ist. Mit eurer Fantasie!"
Ratloses Schweigen. Und während sie noch glaubten ratlos zu sein, waren sie bereits mitten drin.
Das Spielzeug scheint weder den 2-, noch den 3-, noch den 4jährigen zu fehlen. In den letzten 7 Tagen hat keins meiner Kinder danach gefragt. Dafür aber heute eine Mutter: "Wann kommt denn das Spielzeug endlich wieder, ist ja schrecklich!?!"
Finden die Kids nicht.
Sie spielen wunderbar mit ihrer Fantasie. Ich gebe ab und zu ein paar Denkanstöße und schon sprudeln imaginäre Bauernhöfe und Wälder voller Wölfe (wir haben gerade Peter und der Wolf gelesen) aus den Köpfen. Decken und Kissen habe ich ihnen gelassen, mit denen bauen sie Höhlen oder Kuschelecken (was wir vorher schon hatten, hat aber keiner wahrgenommen).
Die Jungs fangen an, mehr zu malen und zu basteln und sind total stolz, weil sie plötzlich einen Menschen malen können. Ganz allein. Wen stört´s, dass die Arme aus den Ohren kommen, er dafür aber sechs Beine hat. Ganz allein und trotzdem erkennbar!!!
Wir lesen mehr Bücher und weil nichts ablenkt, hören sie viel besser zu und haben Spaß an den Geschichten, die sie dann nachspielen.
Sie singen alle Lieder, die ihnen einfallen oder dichten selber welche und lachen sich darüber kaputt.
Sie interessieren sich auf einmal dafür, wie man Buntstifte anspitzt und schaffen es mit ein wenig Übung sogar, 3 Stifte und keinen Finger anzuspitzen. Wieder stolz.
In den letzten 7 Kitatagen hat kein Einziger gesagt, dass ihm langweilig ist, was sonst durchaus mal vorkommt. Alle kommen morgens freudestrahlend rein und sind absolut happy mit ihrem NICHTS.
Was aber am erstaunlichsten ist: In diesen letzten 7 Tagen gab es so gut wie keinen Streit. Sie haben sich alle besser verstanden, mehr miteinander geredet, sind aufmerksamer geworden und sind sich auch in der Altersmischung näher gekommen, d.h. die großen Jungs haben z.B. entdeckt, dass unsere Kleinste ja total niedlich ist und man sich furchtbar gut um sie kümmern kann, auch wenn sie kein Wort deutsch spricht.
Die Kinder haben den Tisch gewischt, den Boden gefegt, das Geschirr abgeräumt und es ging nur eine einzige Tasse zu Bruch. Nicht dass Ihr jetzt denkt, ich nötige die Kleinen zu schweren Haushaltsübungen. Nein Ihr Lieben, das haben sie alles voller Eifer freiwillig übernommen.
Ein Aspekt, der natürlich auch nicht zu verachten ist: Wo kein Spielzeug, da kein Aufräumen. Wir haben jeden Tag eine halbe Stunde mehr Zeit für uns. Vielleicht macht das auch so glücklich, denn alle sind ständig gut drauf und am Lachen. Keiner muss sich verteidigen, sein Spielzeug verstecken, wenn er auf´s Klo muss, sich Ausreden einfallen lassen, wenn´s ans Aufräumen geht, keinem fliegt ein Auto an den Kopf und keiner stolpert über´s Bobbycar und das kann auch keinem in die Schuhe geschoben werden.
Und zwei Kinder konnten innerhalb von zwei Tagen von den Windeln entwöhnt werden. Ich möchte daran glauben, dass auch das am fehlenden Spielzeug liegt. Keine Ablenkung...
Und die Krone des Ganzen war heute morgen meine Kollegin. Als ich weit nach ihr kam sagte sie: "Erst war ich ja skeptisch, aber die Kinder haben sich einfach in eine Reihe gesetzt und geredet. Die unterhalten sich ja richtig."
Jetzt bin ICH stolz! Es ist eine absolut phantastische Gruppe!!!
Brauchen wir überhaupt wieder Spielzeug? Vielleicht verlängern wir noch ein zwei Wochen...
Heil-Fasten für Kinder heißt: 2 Wochen ohne Spielzeug!
Und genau darin befinden wir uns gerade.
Letzte Woche Montag kamen die Kinder und schlenderten durch den Gruppenraum. Ich wartete gespannt, was sie zu der erdrückenden Leere sagen würden. Kein Duplo, keine Autos, keine Puppen, kein Playmobil, keine Puppenküche, kein Kaufmannsladen, keine Tiere, NIX. Leer. Alles weg.
Der Älteste fragte, wo das Spielzeug ist und ich antwortete, dass wir versuchen zwei Wochen (2x Gruppenfrühstück lang) ohne Spielzeug zu spielen. Er fragte wieder, womit sie denn dann spielen sollen. Und ich antwortete fröhlich: "Mit dem, was in eurem Kopf ist. Mit eurer Fantasie!"
Ratloses Schweigen. Und während sie noch glaubten ratlos zu sein, waren sie bereits mitten drin.
Das Spielzeug scheint weder den 2-, noch den 3-, noch den 4jährigen zu fehlen. In den letzten 7 Tagen hat keins meiner Kinder danach gefragt. Dafür aber heute eine Mutter: "Wann kommt denn das Spielzeug endlich wieder, ist ja schrecklich!?!"
Finden die Kids nicht.
Sie spielen wunderbar mit ihrer Fantasie. Ich gebe ab und zu ein paar Denkanstöße und schon sprudeln imaginäre Bauernhöfe und Wälder voller Wölfe (wir haben gerade Peter und der Wolf gelesen) aus den Köpfen. Decken und Kissen habe ich ihnen gelassen, mit denen bauen sie Höhlen oder Kuschelecken (was wir vorher schon hatten, hat aber keiner wahrgenommen).
Die Jungs fangen an, mehr zu malen und zu basteln und sind total stolz, weil sie plötzlich einen Menschen malen können. Ganz allein. Wen stört´s, dass die Arme aus den Ohren kommen, er dafür aber sechs Beine hat. Ganz allein und trotzdem erkennbar!!!
Wir lesen mehr Bücher und weil nichts ablenkt, hören sie viel besser zu und haben Spaß an den Geschichten, die sie dann nachspielen.
Sie singen alle Lieder, die ihnen einfallen oder dichten selber welche und lachen sich darüber kaputt.
Sie interessieren sich auf einmal dafür, wie man Buntstifte anspitzt und schaffen es mit ein wenig Übung sogar, 3 Stifte und keinen Finger anzuspitzen. Wieder stolz.
In den letzten 7 Kitatagen hat kein Einziger gesagt, dass ihm langweilig ist, was sonst durchaus mal vorkommt. Alle kommen morgens freudestrahlend rein und sind absolut happy mit ihrem NICHTS.
Was aber am erstaunlichsten ist: In diesen letzten 7 Tagen gab es so gut wie keinen Streit. Sie haben sich alle besser verstanden, mehr miteinander geredet, sind aufmerksamer geworden und sind sich auch in der Altersmischung näher gekommen, d.h. die großen Jungs haben z.B. entdeckt, dass unsere Kleinste ja total niedlich ist und man sich furchtbar gut um sie kümmern kann, auch wenn sie kein Wort deutsch spricht.
Die Kinder haben den Tisch gewischt, den Boden gefegt, das Geschirr abgeräumt und es ging nur eine einzige Tasse zu Bruch. Nicht dass Ihr jetzt denkt, ich nötige die Kleinen zu schweren Haushaltsübungen. Nein Ihr Lieben, das haben sie alles voller Eifer freiwillig übernommen.
Ein Aspekt, der natürlich auch nicht zu verachten ist: Wo kein Spielzeug, da kein Aufräumen. Wir haben jeden Tag eine halbe Stunde mehr Zeit für uns. Vielleicht macht das auch so glücklich, denn alle sind ständig gut drauf und am Lachen. Keiner muss sich verteidigen, sein Spielzeug verstecken, wenn er auf´s Klo muss, sich Ausreden einfallen lassen, wenn´s ans Aufräumen geht, keinem fliegt ein Auto an den Kopf und keiner stolpert über´s Bobbycar und das kann auch keinem in die Schuhe geschoben werden.
Und zwei Kinder konnten innerhalb von zwei Tagen von den Windeln entwöhnt werden. Ich möchte daran glauben, dass auch das am fehlenden Spielzeug liegt. Keine Ablenkung...
Und die Krone des Ganzen war heute morgen meine Kollegin. Als ich weit nach ihr kam sagte sie: "Erst war ich ja skeptisch, aber die Kinder haben sich einfach in eine Reihe gesetzt und geredet. Die unterhalten sich ja richtig."
Jetzt bin ICH stolz! Es ist eine absolut phantastische Gruppe!!!
Brauchen wir überhaupt wieder Spielzeug? Vielleicht verlängern wir noch ein zwei Wochen...
Mittwoch, 20. April 2011
Osterzeit
Osterzeit im Kindergarten - morgen ist sie für mich vorbei und ich mache drei Kreuze, wenn´s soweit ist.
Es ist ja immer schön, wie jede besondere Zeit.
Die Eltern haben fleißig Ostereier ausgepustet, vier Stück pro Kind. Die Eltern meiner Gruppe sind klasse, was auch immer ich auf den Wochenplan schreibe, wird angeschleppt. Diese Eltern würden mir auch bis morgen 20 leere Klorollen mitbringen, wenn es auf dem Plan stehen würde - danke!!!
Jedenfalls hatten wir alles, was wir brauchten, um uns eine schöne Osterzeit zu machen.
Zum Frühstück kamen farbige Ostereier, gekocht - einfach so, die Kids haben sich riesig gefreut.
Wir bekamen Dekoration und fanden einen abgebrochenen Ast, der bis zur Decke reichte und an dem wir die vielen bunten Eier aufhängen wollten.
ABER..., dann lief das eine oder andere schief.
Wir begannen mit dem Eierbemalen. Die Eier sollten bunt vorgefärbt werden, mit handelsüblichen Kaltfarben aus der Drogerie. 5 Farben, 5 Becher, 5 Kinder, so dachte ich mir das. Die ersten 4 Kinder füllten ordentlich die Farbe aus dem Plastikröhrchen in ihren Wasser-Essig-Becher. Das 5. Kind drückte kräftig auf das Plastikröhrchen und verteilte großzügig das unverdünnte Rot über Finger und Ärmel. Wie man als Erwachsener so blöd ist, war meine erste Reaktion zuzugreifen und ihr die Farbe abzunehmen, damit noch was im Topf landet und die hartnäckige Farbe nicht alles versaut. Sie drückte eisern weiter... Selbst nach Seife, Desinfektionszeug und Nagelbürste sah meine Hand aus, als wär sie unters Messer gekommen. Siehe Foto. (Aber keine Sorge, nach 5 Tagen mit blutrotem Nagelbett war alles wieder weg.)
Das Kind und ich liefen also erstmal als Rothaut rum, die roten Ostereier waren rar...
Trotzdem hatten wir 52 farbige Eier, auf die wir hinterher mit Fingerfarbe Muster malen wollten. Aber erst mussten sie trocknen. Die Wartezeit vertrieben sich zwei Jungs mit Um-den-Tisch-rennen, wobei der Eine irgendwie auf ganz unerklärliche Weise an einem Eierkarton voller frisch gefärbter Eier hängenblieb. In dem Deckel von diesem Karton stand der nächste Eierkarton und in diesem Deckel wiederum der Nächste usw. Sagenhaft, wie ein einziges Kind innerhalb von einer Sekunde aus 52 26 machen kann. Exakt halbiert, das muss erstmal einer nachmachen :-) Und der Boden sah so bunt auch gar nicht mal schlecht aus. Ich ging einen Lappen holen. Als ich zurück kam, war der bunte Farbklecks auf dem Boden um drei, vier Fußtapsen erweitert worden.
Jeder durfte also noch 2 Eier bemalen. Aber freuen wir uns darüber, besser 2 als nix.
Ist auch nichts weiter passiert und mehr Eier hätten auf unserem Ast sowieso nicht Platz gehabt...
Ja ja, die Osterzeit. So ein Osterei in der Brotbox ist schon was Feines. Eine kleine Maus pellt sie mit Vorliebe, aber eigentlich mag sie Eier nicht so gerne essen.
Aber eine Andere (die mit der roten Farbe) bekam kein Ei und so packte sie sich morgens halt selber eins ein, im Kühlschrank lagen ja genug. War eine leckere Suppe im Rucksack...
Dann alle Osterkörbchen basteln. Was ich vorhatte, funktionierte nicht und so bastelten wir erstmals Ostertüten. Und die waren gar nicht mal schlecht, standen nur nicht so gut.
Aber das ist alles egal, morgen kommt der Osterhase in die Kita, wir haben bestes Wetter zum Suchen, die Mäuse sind alle ganz aufgeregt - das ist doch das Wichtigste.
Frohe Ostern euch allen. Und danke, dass ihr meinen Blog lest, ich freu mich über jedes Feedback!
Es ist ja immer schön, wie jede besondere Zeit.
Die Eltern haben fleißig Ostereier ausgepustet, vier Stück pro Kind. Die Eltern meiner Gruppe sind klasse, was auch immer ich auf den Wochenplan schreibe, wird angeschleppt. Diese Eltern würden mir auch bis morgen 20 leere Klorollen mitbringen, wenn es auf dem Plan stehen würde - danke!!!
Jedenfalls hatten wir alles, was wir brauchten, um uns eine schöne Osterzeit zu machen.
Zum Frühstück kamen farbige Ostereier, gekocht - einfach so, die Kids haben sich riesig gefreut.
Wir bekamen Dekoration und fanden einen abgebrochenen Ast, der bis zur Decke reichte und an dem wir die vielen bunten Eier aufhängen wollten.
ABER..., dann lief das eine oder andere schief.
Wir begannen mit dem Eierbemalen. Die Eier sollten bunt vorgefärbt werden, mit handelsüblichen Kaltfarben aus der Drogerie. 5 Farben, 5 Becher, 5 Kinder, so dachte ich mir das. Die ersten 4 Kinder füllten ordentlich die Farbe aus dem Plastikröhrchen in ihren Wasser-Essig-Becher. Das 5. Kind drückte kräftig auf das Plastikröhrchen und verteilte großzügig das unverdünnte Rot über Finger und Ärmel. Wie man als Erwachsener so blöd ist, war meine erste Reaktion zuzugreifen und ihr die Farbe abzunehmen, damit noch was im Topf landet und die hartnäckige Farbe nicht alles versaut. Sie drückte eisern weiter... Selbst nach Seife, Desinfektionszeug und Nagelbürste sah meine Hand aus, als wär sie unters Messer gekommen. Siehe Foto. (Aber keine Sorge, nach 5 Tagen mit blutrotem Nagelbett war alles wieder weg.)
Das Kind und ich liefen also erstmal als Rothaut rum, die roten Ostereier waren rar...
Trotzdem hatten wir 52 farbige Eier, auf die wir hinterher mit Fingerfarbe Muster malen wollten. Aber erst mussten sie trocknen. Die Wartezeit vertrieben sich zwei Jungs mit Um-den-Tisch-rennen, wobei der Eine irgendwie auf ganz unerklärliche Weise an einem Eierkarton voller frisch gefärbter Eier hängenblieb. In dem Deckel von diesem Karton stand der nächste Eierkarton und in diesem Deckel wiederum der Nächste usw. Sagenhaft, wie ein einziges Kind innerhalb von einer Sekunde aus 52 26 machen kann. Exakt halbiert, das muss erstmal einer nachmachen :-) Und der Boden sah so bunt auch gar nicht mal schlecht aus. Ich ging einen Lappen holen. Als ich zurück kam, war der bunte Farbklecks auf dem Boden um drei, vier Fußtapsen erweitert worden.
Jeder durfte also noch 2 Eier bemalen. Aber freuen wir uns darüber, besser 2 als nix.
Ist auch nichts weiter passiert und mehr Eier hätten auf unserem Ast sowieso nicht Platz gehabt...
Ja ja, die Osterzeit. So ein Osterei in der Brotbox ist schon was Feines. Eine kleine Maus pellt sie mit Vorliebe, aber eigentlich mag sie Eier nicht so gerne essen.
Aber eine Andere (die mit der roten Farbe) bekam kein Ei und so packte sie sich morgens halt selber eins ein, im Kühlschrank lagen ja genug. War eine leckere Suppe im Rucksack...
Dann alle Osterkörbchen basteln. Was ich vorhatte, funktionierte nicht und so bastelten wir erstmals Ostertüten. Und die waren gar nicht mal schlecht, standen nur nicht so gut.
Aber das ist alles egal, morgen kommt der Osterhase in die Kita, wir haben bestes Wetter zum Suchen, die Mäuse sind alle ganz aufgeregt - das ist doch das Wichtigste.
Frohe Ostern euch allen. Und danke, dass ihr meinen Blog lest, ich freu mich über jedes Feedback!
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