Erwachsene fasten, weil sie zu dick sind, sich vergiftet fühlen, ihr inneres Ich finden wollen oder weil es gerade "in" ist.
Heil-Fasten für Kinder heißt: 2 Wochen ohne Spielzeug!
Und genau darin befinden wir uns gerade.
Letzte Woche Montag kamen die Kinder und schlenderten durch den Gruppenraum. Ich wartete gespannt, was sie zu der erdrückenden Leere sagen würden. Kein Duplo, keine Autos, keine Puppen, kein Playmobil, keine Puppenküche, kein Kaufmannsladen, keine Tiere, NIX. Leer. Alles weg.
Der Älteste fragte, wo das Spielzeug ist und ich antwortete, dass wir versuchen zwei Wochen (2x Gruppenfrühstück lang) ohne Spielzeug zu spielen. Er fragte wieder, womit sie denn dann spielen sollen. Und ich antwortete fröhlich: "Mit dem, was in eurem Kopf ist. Mit eurer Fantasie!"
Ratloses Schweigen. Und während sie noch glaubten ratlos zu sein, waren sie bereits mitten drin.
Das Spielzeug scheint weder den 2-, noch den 3-, noch den 4jährigen zu fehlen. In den letzten 7 Tagen hat keins meiner Kinder danach gefragt. Dafür aber heute eine Mutter: "Wann kommt denn das Spielzeug endlich wieder, ist ja schrecklich!?!"
Finden die Kids nicht.
Sie spielen wunderbar mit ihrer Fantasie. Ich gebe ab und zu ein paar Denkanstöße und schon sprudeln imaginäre Bauernhöfe und Wälder voller Wölfe (wir haben gerade Peter und der Wolf gelesen) aus den Köpfen. Decken und Kissen habe ich ihnen gelassen, mit denen bauen sie Höhlen oder Kuschelecken (was wir vorher schon hatten, hat aber keiner wahrgenommen).
Die Jungs fangen an, mehr zu malen und zu basteln und sind total stolz, weil sie plötzlich einen Menschen malen können. Ganz allein. Wen stört´s, dass die Arme aus den Ohren kommen, er dafür aber sechs Beine hat. Ganz allein und trotzdem erkennbar!!!
Wir lesen mehr Bücher und weil nichts ablenkt, hören sie viel besser zu und haben Spaß an den Geschichten, die sie dann nachspielen.
Sie singen alle Lieder, die ihnen einfallen oder dichten selber welche und lachen sich darüber kaputt.
Sie interessieren sich auf einmal dafür, wie man Buntstifte anspitzt und schaffen es mit ein wenig Übung sogar, 3 Stifte und keinen Finger anzuspitzen. Wieder stolz.
In den letzten 7 Kitatagen hat kein Einziger gesagt, dass ihm langweilig ist, was sonst durchaus mal vorkommt. Alle kommen morgens freudestrahlend rein und sind absolut happy mit ihrem NICHTS.
Was aber am erstaunlichsten ist: In diesen letzten 7 Tagen gab es so gut wie keinen Streit. Sie haben sich alle besser verstanden, mehr miteinander geredet, sind aufmerksamer geworden und sind sich auch in der Altersmischung näher gekommen, d.h. die großen Jungs haben z.B. entdeckt, dass unsere Kleinste ja total niedlich ist und man sich furchtbar gut um sie kümmern kann, auch wenn sie kein Wort deutsch spricht.
Die Kinder haben den Tisch gewischt, den Boden gefegt, das Geschirr abgeräumt und es ging nur eine einzige Tasse zu Bruch. Nicht dass Ihr jetzt denkt, ich nötige die Kleinen zu schweren Haushaltsübungen. Nein Ihr Lieben, das haben sie alles voller Eifer freiwillig übernommen.
Ein Aspekt, der natürlich auch nicht zu verachten ist: Wo kein Spielzeug, da kein Aufräumen. Wir haben jeden Tag eine halbe Stunde mehr Zeit für uns. Vielleicht macht das auch so glücklich, denn alle sind ständig gut drauf und am Lachen. Keiner muss sich verteidigen, sein Spielzeug verstecken, wenn er auf´s Klo muss, sich Ausreden einfallen lassen, wenn´s ans Aufräumen geht, keinem fliegt ein Auto an den Kopf und keiner stolpert über´s Bobbycar und das kann auch keinem in die Schuhe geschoben werden.
Und zwei Kinder konnten innerhalb von zwei Tagen von den Windeln entwöhnt werden. Ich möchte daran glauben, dass auch das am fehlenden Spielzeug liegt. Keine Ablenkung...
Und die Krone des Ganzen war heute morgen meine Kollegin. Als ich weit nach ihr kam sagte sie: "Erst war ich ja skeptisch, aber die Kinder haben sich einfach in eine Reihe gesetzt und geredet. Die unterhalten sich ja richtig."
Jetzt bin ICH stolz! Es ist eine absolut phantastische Gruppe!!!
Brauchen wir überhaupt wieder Spielzeug? Vielleicht verlängern wir noch ein zwei Wochen...
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Dienstag, 10. Mai 2011
Mittwoch, 20. April 2011
Osterzeit
Osterzeit im Kindergarten - morgen ist sie für mich vorbei und ich mache drei Kreuze, wenn´s soweit ist.
Es ist ja immer schön, wie jede besondere Zeit.
Die Eltern haben fleißig Ostereier ausgepustet, vier Stück pro Kind. Die Eltern meiner Gruppe sind klasse, was auch immer ich auf den Wochenplan schreibe, wird angeschleppt. Diese Eltern würden mir auch bis morgen 20 leere Klorollen mitbringen, wenn es auf dem Plan stehen würde - danke!!!
Jedenfalls hatten wir alles, was wir brauchten, um uns eine schöne Osterzeit zu machen.
Zum Frühstück kamen farbige Ostereier, gekocht - einfach so, die Kids haben sich riesig gefreut.
Wir bekamen Dekoration und fanden einen abgebrochenen Ast, der bis zur Decke reichte und an dem wir die vielen bunten Eier aufhängen wollten.
ABER..., dann lief das eine oder andere schief.
Wir begannen mit dem Eierbemalen. Die Eier sollten bunt vorgefärbt werden, mit handelsüblichen Kaltfarben aus der Drogerie. 5 Farben, 5 Becher, 5 Kinder, so dachte ich mir das. Die ersten 4 Kinder füllten ordentlich die Farbe aus dem Plastikröhrchen in ihren Wasser-Essig-Becher. Das 5. Kind drückte kräftig auf das Plastikröhrchen und verteilte großzügig das unverdünnte Rot über Finger und Ärmel. Wie man als Erwachsener so blöd ist, war meine erste Reaktion zuzugreifen und ihr die Farbe abzunehmen, damit noch was im Topf landet und die hartnäckige Farbe nicht alles versaut. Sie drückte eisern weiter... Selbst nach Seife, Desinfektionszeug und Nagelbürste sah meine Hand aus, als wär sie unters Messer gekommen. Siehe Foto. (Aber keine Sorge, nach 5 Tagen mit blutrotem Nagelbett war alles wieder weg.)
Das Kind und ich liefen also erstmal als Rothaut rum, die roten Ostereier waren rar...
Trotzdem hatten wir 52 farbige Eier, auf die wir hinterher mit Fingerfarbe Muster malen wollten. Aber erst mussten sie trocknen. Die Wartezeit vertrieben sich zwei Jungs mit Um-den-Tisch-rennen, wobei der Eine irgendwie auf ganz unerklärliche Weise an einem Eierkarton voller frisch gefärbter Eier hängenblieb. In dem Deckel von diesem Karton stand der nächste Eierkarton und in diesem Deckel wiederum der Nächste usw. Sagenhaft, wie ein einziges Kind innerhalb von einer Sekunde aus 52 26 machen kann. Exakt halbiert, das muss erstmal einer nachmachen :-) Und der Boden sah so bunt auch gar nicht mal schlecht aus. Ich ging einen Lappen holen. Als ich zurück kam, war der bunte Farbklecks auf dem Boden um drei, vier Fußtapsen erweitert worden.
Jeder durfte also noch 2 Eier bemalen. Aber freuen wir uns darüber, besser 2 als nix.
Ist auch nichts weiter passiert und mehr Eier hätten auf unserem Ast sowieso nicht Platz gehabt...
Ja ja, die Osterzeit. So ein Osterei in der Brotbox ist schon was Feines. Eine kleine Maus pellt sie mit Vorliebe, aber eigentlich mag sie Eier nicht so gerne essen.
Aber eine Andere (die mit der roten Farbe) bekam kein Ei und so packte sie sich morgens halt selber eins ein, im Kühlschrank lagen ja genug. War eine leckere Suppe im Rucksack...
Dann alle Osterkörbchen basteln. Was ich vorhatte, funktionierte nicht und so bastelten wir erstmals Ostertüten. Und die waren gar nicht mal schlecht, standen nur nicht so gut.
Aber das ist alles egal, morgen kommt der Osterhase in die Kita, wir haben bestes Wetter zum Suchen, die Mäuse sind alle ganz aufgeregt - das ist doch das Wichtigste.
Frohe Ostern euch allen. Und danke, dass ihr meinen Blog lest, ich freu mich über jedes Feedback!
Es ist ja immer schön, wie jede besondere Zeit.
Die Eltern haben fleißig Ostereier ausgepustet, vier Stück pro Kind. Die Eltern meiner Gruppe sind klasse, was auch immer ich auf den Wochenplan schreibe, wird angeschleppt. Diese Eltern würden mir auch bis morgen 20 leere Klorollen mitbringen, wenn es auf dem Plan stehen würde - danke!!!
Jedenfalls hatten wir alles, was wir brauchten, um uns eine schöne Osterzeit zu machen.
Zum Frühstück kamen farbige Ostereier, gekocht - einfach so, die Kids haben sich riesig gefreut.
Wir bekamen Dekoration und fanden einen abgebrochenen Ast, der bis zur Decke reichte und an dem wir die vielen bunten Eier aufhängen wollten.
ABER..., dann lief das eine oder andere schief.
Wir begannen mit dem Eierbemalen. Die Eier sollten bunt vorgefärbt werden, mit handelsüblichen Kaltfarben aus der Drogerie. 5 Farben, 5 Becher, 5 Kinder, so dachte ich mir das. Die ersten 4 Kinder füllten ordentlich die Farbe aus dem Plastikröhrchen in ihren Wasser-Essig-Becher. Das 5. Kind drückte kräftig auf das Plastikröhrchen und verteilte großzügig das unverdünnte Rot über Finger und Ärmel. Wie man als Erwachsener so blöd ist, war meine erste Reaktion zuzugreifen und ihr die Farbe abzunehmen, damit noch was im Topf landet und die hartnäckige Farbe nicht alles versaut. Sie drückte eisern weiter... Selbst nach Seife, Desinfektionszeug und Nagelbürste sah meine Hand aus, als wär sie unters Messer gekommen. Siehe Foto. (Aber keine Sorge, nach 5 Tagen mit blutrotem Nagelbett war alles wieder weg.)
Das Kind und ich liefen also erstmal als Rothaut rum, die roten Ostereier waren rar...
Trotzdem hatten wir 52 farbige Eier, auf die wir hinterher mit Fingerfarbe Muster malen wollten. Aber erst mussten sie trocknen. Die Wartezeit vertrieben sich zwei Jungs mit Um-den-Tisch-rennen, wobei der Eine irgendwie auf ganz unerklärliche Weise an einem Eierkarton voller frisch gefärbter Eier hängenblieb. In dem Deckel von diesem Karton stand der nächste Eierkarton und in diesem Deckel wiederum der Nächste usw. Sagenhaft, wie ein einziges Kind innerhalb von einer Sekunde aus 52 26 machen kann. Exakt halbiert, das muss erstmal einer nachmachen :-) Und der Boden sah so bunt auch gar nicht mal schlecht aus. Ich ging einen Lappen holen. Als ich zurück kam, war der bunte Farbklecks auf dem Boden um drei, vier Fußtapsen erweitert worden.
Jeder durfte also noch 2 Eier bemalen. Aber freuen wir uns darüber, besser 2 als nix.
Ist auch nichts weiter passiert und mehr Eier hätten auf unserem Ast sowieso nicht Platz gehabt...
Ja ja, die Osterzeit. So ein Osterei in der Brotbox ist schon was Feines. Eine kleine Maus pellt sie mit Vorliebe, aber eigentlich mag sie Eier nicht so gerne essen.
Aber eine Andere (die mit der roten Farbe) bekam kein Ei und so packte sie sich morgens halt selber eins ein, im Kühlschrank lagen ja genug. War eine leckere Suppe im Rucksack...
Dann alle Osterkörbchen basteln. Was ich vorhatte, funktionierte nicht und so bastelten wir erstmals Ostertüten. Und die waren gar nicht mal schlecht, standen nur nicht so gut.
Aber das ist alles egal, morgen kommt der Osterhase in die Kita, wir haben bestes Wetter zum Suchen, die Mäuse sind alle ganz aufgeregt - das ist doch das Wichtigste.
Frohe Ostern euch allen. Und danke, dass ihr meinen Blog lest, ich freu mich über jedes Feedback!
Samstag, 9. April 2011
Fridolin und ich
Ein Kind , 2 Jahre alt, kommt in die Kita, es ist mir fremd, ich habe keinen Bezug zu ihm.
Genau das versuche ich in der ersten Woche der Eingewöhnung zu bekommen und vor allem dem Kind das Gleiche zu mir zu vermitteln. In 95% der Fälle gelingt das in den ersten 5 Tagen ganz gut.
Während sich die Eltern zurück ziehen sollten, muss ich mich stärker einbringen, um (nennen wir "ihn" mal Fridolin (hatte ich nie), um dem Kind mal einen Namen zu geben), also um Fridolin die Trennung zu erleichtern.
Das gelingt leider nicht, wenn Mama ängstlicher ist, als ihr Kind und nicht loslassen kann...
Ich kann jedenfalls Fridolins Herz erobern, er bleibt bei mir, Mama kann gehen.
Nun beginnen 2 Jahre der gemeinsamen Zeit.
Ich schreibe diesen Post, weil sich sehr wenig Eltern Gedanken über die nächsten Sätze machen, das sollte anders werden, denn manchmal tut es sehr weh...
Unser Kindergarten ist eine Kita mit 9 1/2 Stunden Öffnungszeit am Tag. Fridolin ist ein Durchschnittskind und somit täglich 6 Stunden in der Kita und bei mir.
Anfangs lässt er sich von mir trösten, manchmal befolgt er schon ein paar Regeln. Beim Essen eine halbe Stunde am Tisch zu sitzen, ist aber noch zu viel für ihn. Er steht beim Essen auf, geht spielen, was okay ist. Die anderen Kinder verstehen, dass es am Anfang so ist. Es dauert auch nur drei Tage, dann sitzt Fridolin mit den anderen Kindern am Tisch und bleibt freiwillig dort.
Fridolin hat fröhliche blaue Kulleraugen und blonde Löckchen. Er ist recht zierlich und ich frage mich, ob er später mal ins Fitnessstudio rennen muss, um nicht so ein halbes Hemd zu bleiben.
Aber Fridolin ist selbstbewusst und freundlich. Er zeigt mir sein erstes selbstgemaltes Bild, ich finde das Gekritzel wunderbar und hänge es auf.
Fridolin kommt das erste Mal kuscheln, und für mich geht die Sonne auf. Plötzlich habe ich Fridolin schrecklich lieb. Und er mich scheinbar auch, denn er kommt nun öfter mal vorbei zum "kurz Drücken".
Ich wechsel ihm die Windeln und singe dabei ein Liedchen. Fridolin freut sich. Ich baue mit ihm einen Turm aus Duplosteinen, ich zeige ihm wie man die Schere richtig hält und sie bewegt und bin stolz wie Bolle, wenn er seinen ersten eigenen Schnitt macht. Das habe ICH ihm beigebracht :-)
Im Streit beisst Fridolin ein anderes Kind in die Schulter. Ich schimpfe, mache ihm klar, dass das gar nicht geht und setze ihn an den Tisch, während ich das andere Kind tröste. Nun weint auch Fridolin, er wusste sich doch nicht anders zu wehren. Das Gebissene Kind geht wieder spielen und ich nehme Fridolin ganz fest in den Arm, damit er sich beruhigt und sieht, dass ich nicht mehr böse bin. Und wieder stelle ich fest, wie lieb ich ihn hab.
Fridolin feiert Geburtstag, ich habe ihm ein schönes Geschenk zum 3. Geburtstag besorgt.
Fridolin braucht keine Windeln mehr, was wir in nur 2 Wochen geschafft haben.
Fridolin sieht auf Ausflügen mehr als andere Kinder und bringt mir dauernd kleine Schätze, wie Steinchen, eine verlorene Rosenblüte, eine Feder (igitt), und ich lobe ihn für jeden Fund, wofür er mich aus den immer größer werdenden blauen Augen anstrahlt.
Plötzlich sagt er "Ich hab dich lieb!" und drückt mir einen hauchzarten Kuss auf die Wange. Mir steht eine Träne im Knopfloch. "Ich hab dich auch lieb!" sag ich und meine es auch so.
Und plötzlich sind die 2 Jahre um. Fridolin zieht mit seinen Eltern ans andere Ende der Stadt und verlässt die Kita. Verlässt mich.
Es gibt eine Abschiedsfeier, ich lächle tapfer und erzähle lauter gute Sachen über die neue Kita, damit er sich darauf freut. Die Eltern drücken mich noch mal, sagen mir, wie toll es war, ich bekomme als Dankeschön eine häßliche Vase. Und dann liege ich abends im Bett und heule Rotz und Wasser, weil ich ein Kind "verloren" habe.
Ich sehe Fridolin nie wieder. Inzwischen ist er 16 und es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Hat er noch seine Locken? Hat er schon eine Freundin? Geht er ins Fitnessstudio oder ist er von alleine ein "Kerl" geworden? Wie war er in der Schule? Und mein Herz wird noch immer wehmütig, wenn ich die häßliche Vase anschaue, in die ich seit 14 Jahren meine Blumen stelle...
So geht es mir mit (fast) JEDEM Kind! Denkt mal darüber nach.
2500 Stunden verbringe ich durchschnittlich mit eurem Kind. 2500 Stunden, in denen ich es wickel, tröste, ihm was beibringe, mich freue und ärgere, auf Ausflügen was Spannendes zeige, mit ihm kuschel, Geschichten vorlese, nasse Pullover wechsel, Pflaster aufklebe, Quatsch mache und sie ganz viel zum Lachen bringe. 2500 Stunden, in denen ich sie so lieb gewinne. Und dann geht ihr und kommt nie wieder. Das ist seelische Grausamkeit!!!
Zum Glück habe ich einige Kinder, die mich auch nach 14 Jahren noch jedes Jahr besuchen kommen. Danke dafür, ich liebe euch!
Genau das versuche ich in der ersten Woche der Eingewöhnung zu bekommen und vor allem dem Kind das Gleiche zu mir zu vermitteln. In 95% der Fälle gelingt das in den ersten 5 Tagen ganz gut.
Während sich die Eltern zurück ziehen sollten, muss ich mich stärker einbringen, um (nennen wir "ihn" mal Fridolin (hatte ich nie), um dem Kind mal einen Namen zu geben), also um Fridolin die Trennung zu erleichtern.
Das gelingt leider nicht, wenn Mama ängstlicher ist, als ihr Kind und nicht loslassen kann...
Ich kann jedenfalls Fridolins Herz erobern, er bleibt bei mir, Mama kann gehen.
Nun beginnen 2 Jahre der gemeinsamen Zeit.
Ich schreibe diesen Post, weil sich sehr wenig Eltern Gedanken über die nächsten Sätze machen, das sollte anders werden, denn manchmal tut es sehr weh...
Unser Kindergarten ist eine Kita mit 9 1/2 Stunden Öffnungszeit am Tag. Fridolin ist ein Durchschnittskind und somit täglich 6 Stunden in der Kita und bei mir.
Anfangs lässt er sich von mir trösten, manchmal befolgt er schon ein paar Regeln. Beim Essen eine halbe Stunde am Tisch zu sitzen, ist aber noch zu viel für ihn. Er steht beim Essen auf, geht spielen, was okay ist. Die anderen Kinder verstehen, dass es am Anfang so ist. Es dauert auch nur drei Tage, dann sitzt Fridolin mit den anderen Kindern am Tisch und bleibt freiwillig dort.
Fridolin hat fröhliche blaue Kulleraugen und blonde Löckchen. Er ist recht zierlich und ich frage mich, ob er später mal ins Fitnessstudio rennen muss, um nicht so ein halbes Hemd zu bleiben.
Aber Fridolin ist selbstbewusst und freundlich. Er zeigt mir sein erstes selbstgemaltes Bild, ich finde das Gekritzel wunderbar und hänge es auf.
Fridolin kommt das erste Mal kuscheln, und für mich geht die Sonne auf. Plötzlich habe ich Fridolin schrecklich lieb. Und er mich scheinbar auch, denn er kommt nun öfter mal vorbei zum "kurz Drücken".
Ich wechsel ihm die Windeln und singe dabei ein Liedchen. Fridolin freut sich. Ich baue mit ihm einen Turm aus Duplosteinen, ich zeige ihm wie man die Schere richtig hält und sie bewegt und bin stolz wie Bolle, wenn er seinen ersten eigenen Schnitt macht. Das habe ICH ihm beigebracht :-)
Im Streit beisst Fridolin ein anderes Kind in die Schulter. Ich schimpfe, mache ihm klar, dass das gar nicht geht und setze ihn an den Tisch, während ich das andere Kind tröste. Nun weint auch Fridolin, er wusste sich doch nicht anders zu wehren. Das Gebissene Kind geht wieder spielen und ich nehme Fridolin ganz fest in den Arm, damit er sich beruhigt und sieht, dass ich nicht mehr böse bin. Und wieder stelle ich fest, wie lieb ich ihn hab.
Fridolin feiert Geburtstag, ich habe ihm ein schönes Geschenk zum 3. Geburtstag besorgt.
Fridolin braucht keine Windeln mehr, was wir in nur 2 Wochen geschafft haben.
Fridolin sieht auf Ausflügen mehr als andere Kinder und bringt mir dauernd kleine Schätze, wie Steinchen, eine verlorene Rosenblüte, eine Feder (igitt), und ich lobe ihn für jeden Fund, wofür er mich aus den immer größer werdenden blauen Augen anstrahlt.
Plötzlich sagt er "Ich hab dich lieb!" und drückt mir einen hauchzarten Kuss auf die Wange. Mir steht eine Träne im Knopfloch. "Ich hab dich auch lieb!" sag ich und meine es auch so.
Und plötzlich sind die 2 Jahre um. Fridolin zieht mit seinen Eltern ans andere Ende der Stadt und verlässt die Kita. Verlässt mich.
Es gibt eine Abschiedsfeier, ich lächle tapfer und erzähle lauter gute Sachen über die neue Kita, damit er sich darauf freut. Die Eltern drücken mich noch mal, sagen mir, wie toll es war, ich bekomme als Dankeschön eine häßliche Vase. Und dann liege ich abends im Bett und heule Rotz und Wasser, weil ich ein Kind "verloren" habe.
Ich sehe Fridolin nie wieder. Inzwischen ist er 16 und es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht an ihn denke. Hat er noch seine Locken? Hat er schon eine Freundin? Geht er ins Fitnessstudio oder ist er von alleine ein "Kerl" geworden? Wie war er in der Schule? Und mein Herz wird noch immer wehmütig, wenn ich die häßliche Vase anschaue, in die ich seit 14 Jahren meine Blumen stelle...
So geht es mir mit (fast) JEDEM Kind! Denkt mal darüber nach.
2500 Stunden verbringe ich durchschnittlich mit eurem Kind. 2500 Stunden, in denen ich es wickel, tröste, ihm was beibringe, mich freue und ärgere, auf Ausflügen was Spannendes zeige, mit ihm kuschel, Geschichten vorlese, nasse Pullover wechsel, Pflaster aufklebe, Quatsch mache und sie ganz viel zum Lachen bringe. 2500 Stunden, in denen ich sie so lieb gewinne. Und dann geht ihr und kommt nie wieder. Das ist seelische Grausamkeit!!!
Zum Glück habe ich einige Kinder, die mich auch nach 14 Jahren noch jedes Jahr besuchen kommen. Danke dafür, ich liebe euch!
Sonntag, 3. April 2011
Trick 17 - Wie Kinder schnell einschlafen
Jedes Jahr haben wir eine Übernachtung im Kindergarten.
Jedes Jahr machen wir einen Ausflug, nach dem die Kinder ziemlich k.o. sind. Jedes Jahr habe ich wenig Schwierigkeiten, sie ins Bett zu bekommen. Nie wollte einer ernsthaft nach hause.
Die Ersten schlafen bereits, bevor das zweite Bein im Bett ist, die Letzten schlafen nach mir.
Aber ich schlafe schlecht, denn die Geräuschkulisse erinnert an eine Nacht im Dschungel, 1000 Geräusche, die man im Dunkeln nicht zuordnen kann.
Da war dieses Geräusch, als würde einer mit nem Textmarker immer über ein Blatt Papier fahren. Konnte ja nicht sein. Griffbereit unterm Kopfkissen lag die Taschenlampe, ich ging auf die Suche. Ein kleiner Junge nuckelte so merkwürdig an seinem Schnuller, dass er Nebenluft zog und Filzstiftgeräusche machte, das war´s, auch mit der Ruhe. Also wieder ab ins Bett.
Es rummst. Einer ist von der Matzratze gerollt und mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen, aber außer mir, ist mal wieder keiner wach geworden. Kind wieder ins Bett ziehen, weiter schlafen.
Einer knirscht fürchterlich mit den Zähnen, es rummst wieder, einer wimmert im Schlaf. Keiner wach. Außer mir.
Dann ein Weinen, dass nach wach klingt. Taschenlampe an. Einer beschwert sich, dass ein anderes Kind in seinem Bett liegt. Also legte ich das wache Kind auf die Matratze vom Bettflüchtling, ehe ich noch einen wecke.
So ähnlich geht die Nacht weiter. Alle haben ein Kuscheltier, einer hat ein Auto, das ihm doch nachts ständig aus den Händen fährt, was mit lautem Weinen dokumentiert wird. Taschenlampe an, Auto gefunden, Taschenlampe aus. 4x in dieser Nacht. Hoffentlich hat draußen keiner versucht, meine Morselichter zu entziffern.
Am nächsten Morgen liegt der Bettflüchter noch zwei Betten weiter, keine Ahnung, wie er die Hindernisse überwunden hat. Ein Kind liegt zwischen zwei Matratzen so gut versteckt, dass ich eine Weile suchen muss. Alle sind unleidlich, streiten sich den ganzen Tag und heulen dauernd, was nach einer durchgemachten Nacht voll gut zu ertragen ist.
Aber eine Übernachtung war anders und hat mir ein wirklich gutes Geheimnis offenbart.
Einmal konnte ein Mädchen einfach nicht einschlafen. Ich lag neben ihr, ich las ihr vor, ich streichelte ihren Kopf, ich sang leise Lieder, ich ließ sie in Ruhe - nix zu machen. Und zur Krönung fing sie an zu weinen und wollte nach hause. Damit die anderen Kinder nicht wach wurden, zog ich sie einen Raum weiter und rief den Papa an, der auch schnell kam. Aber er wollte das Kind nicht mitnehmen. Statt dessen las er ihr die Gebrauchsanweisung vom Feuerlöscher vor und zwei Minuten schlief sie.
Was war passiert? Es lag nicht (nur) am Papa, es lag daran, dass das Kind mit der Lektüre völlig überfordert war und ihr Hirn sagte "Versteh ich nicht, schlaf ich halt."
Ich habe es noch öfter probiert und selbst aufgedrehte Kinder damit schnell zum Schlafen gebracht. Rosamunde Pilcher eignet sich auch gut, aber unschlagbar sind Zeitungsartikel über Politik.
So könnt ihr euch abends zum Kind setzen, eure Zeitung gerade so leise lesen, dass die/der Kleine noch was hört und alle sind glücklich. Nach ein paar Minuten habt ihr "Feierabend".
Wenn euer Kind dann allerdings fragt, warum Westerwelle sein Amt abgelegt hat, ist euer Kind entweder zu schlau oder zu alt...
Jedes Jahr machen wir einen Ausflug, nach dem die Kinder ziemlich k.o. sind. Jedes Jahr habe ich wenig Schwierigkeiten, sie ins Bett zu bekommen. Nie wollte einer ernsthaft nach hause.
Die Ersten schlafen bereits, bevor das zweite Bein im Bett ist, die Letzten schlafen nach mir.
Aber ich schlafe schlecht, denn die Geräuschkulisse erinnert an eine Nacht im Dschungel, 1000 Geräusche, die man im Dunkeln nicht zuordnen kann.
Da war dieses Geräusch, als würde einer mit nem Textmarker immer über ein Blatt Papier fahren. Konnte ja nicht sein. Griffbereit unterm Kopfkissen lag die Taschenlampe, ich ging auf die Suche. Ein kleiner Junge nuckelte so merkwürdig an seinem Schnuller, dass er Nebenluft zog und Filzstiftgeräusche machte, das war´s, auch mit der Ruhe. Also wieder ab ins Bett.
Es rummst. Einer ist von der Matzratze gerollt und mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen, aber außer mir, ist mal wieder keiner wach geworden. Kind wieder ins Bett ziehen, weiter schlafen.
Einer knirscht fürchterlich mit den Zähnen, es rummst wieder, einer wimmert im Schlaf. Keiner wach. Außer mir.
Dann ein Weinen, dass nach wach klingt. Taschenlampe an. Einer beschwert sich, dass ein anderes Kind in seinem Bett liegt. Also legte ich das wache Kind auf die Matratze vom Bettflüchtling, ehe ich noch einen wecke.
So ähnlich geht die Nacht weiter. Alle haben ein Kuscheltier, einer hat ein Auto, das ihm doch nachts ständig aus den Händen fährt, was mit lautem Weinen dokumentiert wird. Taschenlampe an, Auto gefunden, Taschenlampe aus. 4x in dieser Nacht. Hoffentlich hat draußen keiner versucht, meine Morselichter zu entziffern.
Am nächsten Morgen liegt der Bettflüchter noch zwei Betten weiter, keine Ahnung, wie er die Hindernisse überwunden hat. Ein Kind liegt zwischen zwei Matratzen so gut versteckt, dass ich eine Weile suchen muss. Alle sind unleidlich, streiten sich den ganzen Tag und heulen dauernd, was nach einer durchgemachten Nacht voll gut zu ertragen ist.
Aber eine Übernachtung war anders und hat mir ein wirklich gutes Geheimnis offenbart.
Einmal konnte ein Mädchen einfach nicht einschlafen. Ich lag neben ihr, ich las ihr vor, ich streichelte ihren Kopf, ich sang leise Lieder, ich ließ sie in Ruhe - nix zu machen. Und zur Krönung fing sie an zu weinen und wollte nach hause. Damit die anderen Kinder nicht wach wurden, zog ich sie einen Raum weiter und rief den Papa an, der auch schnell kam. Aber er wollte das Kind nicht mitnehmen. Statt dessen las er ihr die Gebrauchsanweisung vom Feuerlöscher vor und zwei Minuten schlief sie.
Was war passiert? Es lag nicht (nur) am Papa, es lag daran, dass das Kind mit der Lektüre völlig überfordert war und ihr Hirn sagte "Versteh ich nicht, schlaf ich halt."
Ich habe es noch öfter probiert und selbst aufgedrehte Kinder damit schnell zum Schlafen gebracht. Rosamunde Pilcher eignet sich auch gut, aber unschlagbar sind Zeitungsartikel über Politik.
So könnt ihr euch abends zum Kind setzen, eure Zeitung gerade so leise lesen, dass die/der Kleine noch was hört und alle sind glücklich. Nach ein paar Minuten habt ihr "Feierabend".
Wenn euer Kind dann allerdings fragt, warum Westerwelle sein Amt abgelegt hat, ist euer Kind entweder zu schlau oder zu alt...
Sonntag, 20. März 2011
Spielzeugtag
Freitags ist Spielzeugtag, jedes Kind kann von zuhause ein Spielzeug mitbringen. Egal was.
Ich hatte mal ein Kind, das brachte einen Mixstab aus Mamas Küche mit. Mama fand das okay.
Ich hatte mal ein Kind, das brachte einen Malerpinsel mit. Mit dem roten Griff konnte er prima an unserer frisch renovierten gelben Wand malen. Papa fand das okay.
Ich hatte mal ein Kind, das brachte einen ganz kleinen Hammer mit. Am Ende des Tages hatte ich ein faustgroßes Loch in der Wand.
Ich sollte den Freitag umbenennen in Haushaltstag. Oder womit spielen eure Kinder so zuhause?
Ich hatte früher Playmobil und Puppen. Heute ist es scheinbar etwas "realitätsnaher".
Aber nein, Spielzeug gibt es immer noch, es gibt nur zwischendurch immer wieder Kinder (und Eltern!), die sich für etwas individueller halten.
Zum letzten Spielzeugtag kam durchaus Spielzeug. Wir haben gerade ein Projekt am laufen: Feuerwehr. Und so habe ich täglich Feuerwehrmann Sam und Feuerwehrmann Steel in der Gruppe. Kennt ihr nicht? Kannte ich auch nicht, aber man lernt nie aus.
So hatten wir Freitag Feuerwehrbücher, drei Feuerwehraustos, zwei davon mit Alarmsirene, einen Feuerwehrhubschrauber mit Propellergeräuschen und rotierenden Blättern (war der Hit) und einen voll ausgestatteten 3jährigen Feuerwehrmann, dem ständig das Visir seines Helms auf die Nase rutschte, was ihn aber kaum störte, denn er war damit beschäftigt, alle Kinder mit der Trillerpfeife und erhobenem Zeigefinger zu ermahnen. 6 Stunden lang! Wann entwickeln Kinder eigentlich Nerven???
Das war einer der lautesten Spielzeugtage, die ich je hatte. Da frag ich mich, was besser ist. Löcher in den Wänden sind wenigstens leise und ohne Strom gibt der Mixstab auch keinen Ton von sich. Die Verbindung zwischen Stecker und Steckdose hat sich dem Kleinen damals zum Glück noch nicht erschlossen, die Schmerzensschreie hätten die Trillerpfeife sicher übertönt...
Ich hatte mal ein Kind, das brachte einen Mixstab aus Mamas Küche mit. Mama fand das okay.
Ich hatte mal ein Kind, das brachte einen Malerpinsel mit. Mit dem roten Griff konnte er prima an unserer frisch renovierten gelben Wand malen. Papa fand das okay.
Ich hatte mal ein Kind, das brachte einen ganz kleinen Hammer mit. Am Ende des Tages hatte ich ein faustgroßes Loch in der Wand.
Ich sollte den Freitag umbenennen in Haushaltstag. Oder womit spielen eure Kinder so zuhause?
Ich hatte früher Playmobil und Puppen. Heute ist es scheinbar etwas "realitätsnaher".
Aber nein, Spielzeug gibt es immer noch, es gibt nur zwischendurch immer wieder Kinder (und Eltern!), die sich für etwas individueller halten.
Zum letzten Spielzeugtag kam durchaus Spielzeug. Wir haben gerade ein Projekt am laufen: Feuerwehr. Und so habe ich täglich Feuerwehrmann Sam und Feuerwehrmann Steel in der Gruppe. Kennt ihr nicht? Kannte ich auch nicht, aber man lernt nie aus.
So hatten wir Freitag Feuerwehrbücher, drei Feuerwehraustos, zwei davon mit Alarmsirene, einen Feuerwehrhubschrauber mit Propellergeräuschen und rotierenden Blättern (war der Hit) und einen voll ausgestatteten 3jährigen Feuerwehrmann, dem ständig das Visir seines Helms auf die Nase rutschte, was ihn aber kaum störte, denn er war damit beschäftigt, alle Kinder mit der Trillerpfeife und erhobenem Zeigefinger zu ermahnen. 6 Stunden lang! Wann entwickeln Kinder eigentlich Nerven???
Das war einer der lautesten Spielzeugtage, die ich je hatte. Da frag ich mich, was besser ist. Löcher in den Wänden sind wenigstens leise und ohne Strom gibt der Mixstab auch keinen Ton von sich. Die Verbindung zwischen Stecker und Steckdose hat sich dem Kleinen damals zum Glück noch nicht erschlossen, die Schmerzensschreie hätten die Trillerpfeife sicher übertönt...
Freitag, 11. März 2011
Kratzbürste und Kuschelmaus
Was ist besser - ein Mädchen oder einen Jungen zu haben?
Ganz egal. Es gibt verkuschelte Jungs, und zwar reichlich. Und es gibt äußerst temperamentvolle Mädchen. Ich habe beides in der Gruppe. Von den 5 Mädchen, sind zwei mit Pattex an meinen Beinen festgeklebt. Ich friere schon fast, wenn mal eins fehlt.
Die anderen Mädels üben sich schon jetzt im harten Arbeitskampf.
A. rennt los zum Fenster, um ihrer Mama zu winken. B. sieht A. rennen, denkt, sie will ihr den Platz klauen und verteilt gleich mal einen ordentlichen Bodycheck, bei dem A. kampflos zu Boden geht. Kleine Fehlintuition...
A. hat fortan schlechte Laune, was C. zu spüren bekommt. Beim kleinsten Disput (und davon gibt es reichlich bei drei Mädels, die schlecht reden können, und sich ständig missverstehen). A. zieht C. kunstvoll ihre Fingernägel über die Stirn. Und weil das so gut klappte, versucht sie es gleich noch mal bei einem kleinen Jungen. Der sah aus, als wäre er zwischen Löwen geraten, sagte aber keinen Piep, schaute nur etwas enttäuscht, wie ihm jemand so etwas antun konnte.
A. trug den Rest des Tages Handschuhe und hatte am nächsten Tag sehr kurze Fingernägel. Danke der couragierten Mama, die sich abends noch telefonisch bei den Massakrierten entschuldigte.
Da finde ich das Temperament der Jungs meist angenehmer, die rennen wenigstens nur stundenlang um den Tisch und machen Geräusche, die zu den Fahrzeugen passen, die sie über die Tischplatte ziehen. Und wenn dann mal einer von hinten überholt, heißt es nur "Ey", was keine Narben hinterläßt...
Aber nein, Jungs können sehr hinterhältig sein und auch mit 3 Jahren schon irre clever.
L. und J. versuchen sich ständig zu übertrumpfen und schneller, als der jeweils andere zu sein.
Auf dem Tisch zur Teezeit stehen Brötchen. L. spekuliert auf das einzige Brötchen mit Scheiblettenkäse und weiß, dass J. es auch haben möchte. Also sagt L. kurz vorm Essen "Ich will das Salami-Brötchen". Das war für J. das Stichwort, sich auf das Salamibrötchen zu stürzen und L. konnte ganz in Ruhe grinsend zum Käsebrötchen greifen. Das Gute daran ist, J. denkt wahrscheinlich immer noch zufrieden, er hätte gewonnen. Und ihr glaubt wirklich, euer Kind kann sich noch nicht alleine die Schuhe anziehen???
Also, was darf´s sein - Mädchen oder Junge?
Ganz egal. Es gibt verkuschelte Jungs, und zwar reichlich. Und es gibt äußerst temperamentvolle Mädchen. Ich habe beides in der Gruppe. Von den 5 Mädchen, sind zwei mit Pattex an meinen Beinen festgeklebt. Ich friere schon fast, wenn mal eins fehlt.
Die anderen Mädels üben sich schon jetzt im harten Arbeitskampf.
A. rennt los zum Fenster, um ihrer Mama zu winken. B. sieht A. rennen, denkt, sie will ihr den Platz klauen und verteilt gleich mal einen ordentlichen Bodycheck, bei dem A. kampflos zu Boden geht. Kleine Fehlintuition...
A. hat fortan schlechte Laune, was C. zu spüren bekommt. Beim kleinsten Disput (und davon gibt es reichlich bei drei Mädels, die schlecht reden können, und sich ständig missverstehen). A. zieht C. kunstvoll ihre Fingernägel über die Stirn. Und weil das so gut klappte, versucht sie es gleich noch mal bei einem kleinen Jungen. Der sah aus, als wäre er zwischen Löwen geraten, sagte aber keinen Piep, schaute nur etwas enttäuscht, wie ihm jemand so etwas antun konnte.
A. trug den Rest des Tages Handschuhe und hatte am nächsten Tag sehr kurze Fingernägel. Danke der couragierten Mama, die sich abends noch telefonisch bei den Massakrierten entschuldigte.
Da finde ich das Temperament der Jungs meist angenehmer, die rennen wenigstens nur stundenlang um den Tisch und machen Geräusche, die zu den Fahrzeugen passen, die sie über die Tischplatte ziehen. Und wenn dann mal einer von hinten überholt, heißt es nur "Ey", was keine Narben hinterläßt...
Aber nein, Jungs können sehr hinterhältig sein und auch mit 3 Jahren schon irre clever.
L. und J. versuchen sich ständig zu übertrumpfen und schneller, als der jeweils andere zu sein.
Auf dem Tisch zur Teezeit stehen Brötchen. L. spekuliert auf das einzige Brötchen mit Scheiblettenkäse und weiß, dass J. es auch haben möchte. Also sagt L. kurz vorm Essen "Ich will das Salami-Brötchen". Das war für J. das Stichwort, sich auf das Salamibrötchen zu stürzen und L. konnte ganz in Ruhe grinsend zum Käsebrötchen greifen. Das Gute daran ist, J. denkt wahrscheinlich immer noch zufrieden, er hätte gewonnen. Und ihr glaubt wirklich, euer Kind kann sich noch nicht alleine die Schuhe anziehen???
Also, was darf´s sein - Mädchen oder Junge?
Dienstag, 1. März 2011
Nie um eine Ausrede verlegen
Die Männer wundern sich immer, dass die Frauen das letzte Wort haben müssen und sich aus allem herauswinden, auch wenn sie im Unrecht sind.
Das liegt in unseren Genen und fängt bereits seeeehr früh an.
Zwei Mädchen unterhalten sich. Die 4jährige will unbedingt die 3jährige besuchen, die aber möchte eigentlich keinen Besuch von ihr haben und so ergab sich tatsächlich folgende Unterhaltung:
4 J. : Ich komm dich mal besuchen.
3 J.: Leider ist die Tür zu.
4 J.: Dann mach sie doch auf.
3 J.: Nein, das ist zu schwer.
4 J.: Dann kann dein Papa die Tür aufmachen.
3 J.: Leider geht die Klingel nicht.
4 J.: Dann musst du die Batterie reinmachen.
3 J.: Die Batterie ist aber voller Engel.
4 J.: Hä?
3 J.: Ich wohn auch so weit weg, da braucht man ein Auto.
4 J.: Dann hol mich ab mit dem Auto, ja?!
3 J.: Ja, aber ich hab kein Auto.
4 J.: Wie heißt denn dein Dorf wo du wohnst?
3 J.: Berliner Straße.
4 J.: Da wohn ich auch, dann komm ich dich besuchen.
Die 3jährige gibt auf: Okay.
Es gibt Kinder, die bis auf´s Messer diskutieren, die sich sehr gut ausdrücken und durchsetzen können. Faszinierend, dass es bereits in dem Alter schon so phantastisch klapp, also passt auf, dass eure Kinder euch nicht über den Tisch ziehen...
Ich hoffe, ihr habt alle Erzieher/innen, die sich solche Highlights der frühkindlichen Entwicklung aufschreiben und an euch Eltern übergeben!!! Echte Schätze sind solche Unterhaltungen!
Das liegt in unseren Genen und fängt bereits seeeehr früh an.
Zwei Mädchen unterhalten sich. Die 4jährige will unbedingt die 3jährige besuchen, die aber möchte eigentlich keinen Besuch von ihr haben und so ergab sich tatsächlich folgende Unterhaltung:
4 J. : Ich komm dich mal besuchen.
3 J.: Leider ist die Tür zu.
4 J.: Dann mach sie doch auf.
3 J.: Nein, das ist zu schwer.
4 J.: Dann kann dein Papa die Tür aufmachen.
3 J.: Leider geht die Klingel nicht.
4 J.: Dann musst du die Batterie reinmachen.
3 J.: Die Batterie ist aber voller Engel.
4 J.: Hä?
3 J.: Ich wohn auch so weit weg, da braucht man ein Auto.
4 J.: Dann hol mich ab mit dem Auto, ja?!
3 J.: Ja, aber ich hab kein Auto.
4 J.: Wie heißt denn dein Dorf wo du wohnst?
3 J.: Berliner Straße.
4 J.: Da wohn ich auch, dann komm ich dich besuchen.
Die 3jährige gibt auf: Okay.
Es gibt Kinder, die bis auf´s Messer diskutieren, die sich sehr gut ausdrücken und durchsetzen können. Faszinierend, dass es bereits in dem Alter schon so phantastisch klapp, also passt auf, dass eure Kinder euch nicht über den Tisch ziehen...
Ich hoffe, ihr habt alle Erzieher/innen, die sich solche Highlights der frühkindlichen Entwicklung aufschreiben und an euch Eltern übergeben!!! Echte Schätze sind solche Unterhaltungen!
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